Avodah Zarah 76

Kapitel 76

א ומגיסה עד שתבא מבית המרחץ או מבית הכנסת ואינה חוששת
1 umrühren lassen, bis sie aus dem Bade oder dem Bethause kommt.
ב איבעיא להו הניח עובד כוכבים והפך ישראל מהו אמר רב נחמן בר יצחק ק"ו גמרו ביד עובד כוכבים מותר גמרו ביד ישראל לא כ"ש
2 Sie fragten: Wie ist es, wenn ein Nichtjude es aufgelegt und ein Jisraélit umgedreht hat? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies ist [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn es erlaubt ist, falls ein Nichtjude [die Zubereitung] beendet hat, um wieviel mehr, wenn ein Jisraélit sie beendet hat.
ג איתמר נמי אמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן ואמרי לה אמר רב אחא בר בר חנה א"ר יוחנן בין שהניח עובד כוכבים והפך ישראל בין שהניח ישראל והפך עובד כוכבים מותר ואינו אסור עד שתהא תחלתו וגמרו ביד עובד כוכבים
3 Ebenso wurde auch gelehrt: Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans, und wie manche sagen, sagte es R. Aḥa b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Es ist erlaubt, einerlei ob ein Nichtjude es aufgelegt und ein Jisraélit umgedreht, oder ein Jisraélit es aufgelegt und ein Nichtjude umgedreht hat; verboten ist es nur dann, wenn es von Anfang bis zum Schlusse durch einen Nichtjuden zubereitet worden ist.
ד אמר רבינא הלכתא הא ריפתא דשגר עובד כוכבים ואפה ישראל א"נ שגר ישראל ואפה עובד כוכבים א"נ שגר עובד כוכבים ואפה עובד כוכבים ואתא ישראל וחתה בה חתויי שפיר דמי
4 Rabina sagte: Die Halakha ist: wenn ein Nichtjude [den Ofen] geheizt und ein Jisraélit in diesem das Brot gebacken hat, oder wenn ein Jisraélit ihn geheizt und ein Nichtjude es gebacken hat, oder wenn ein Nichtjude ihn geheizt und es gebacken und ein Jisraélit Kohlen aufgeschüttet hat, so ist es erlaubt.
ה דג מליח חזקיה שרי ור' יוחנן אסר ביצה צלויה בר קפרא שרי ור' יוחנן אסר כי אתא רב דימי אמר אחד דג מליח ואחד ביצה צלויה חזקיה ובר קפרא שרו ורבי יוחנן אסר
5 Gesalzene Fische sind nach Ḥizqija erlaubt und nach R. Joḥanan verboten. Gebackene Eier sind nach Bar Qappara erlaubt und nach R. Joḥanan verboten. Als R. Dimi kam, sagte er: Sowohl gesalzene Fische als auch gebackene Eier sind nach Ḥizqija und Bar Qappara erlaubt und nach R. Joḥanan verboten.
ו ר' חייא פרוואה איקלע לבי ריש גלותא אמרו ליה ביצה צלויה מאי אמר להו חזקיה ובר קפרא שרו ור' יוחנן אסר ואין דבריו של אחד במקום שנים אמר להו רב זביד לא תציתו ליה הכי אמר אביי הלכתא כוותיה דרבי יוחנן אשקיוהו נגוטא דחלא ונח נפשיה
6 Einst kam R. Ḥija aus Parva zum Exilarchen und man fragte ihn da, wie es sich mit einem gebackenen Ei verhalte. Da erwiderte er, Ḥizqija und Bar Qappara erlauben es und R. Joḥanan verbietet es, und die Worte eines Einzelnen haben zweien gegenüber keine Geltung. Da sprach R. Zebid zu ihnen: Hört nicht auf ihn; Abajje sagte, die Halakha sei wie R. Joḥanan. Da ließen sie ihn einen Becher Essig trinken und er starb.
ז ת"ר הקפריסין והקפלוטות והמטליא והחמין והקליות שלהן מותרין ביצה צלויה אסורה שמן רבי יהודה הנשיא ובית דינו נמנו עליו והתירוהו
7 Die Rabbanan lehrten: Kapern, Porreköpfe, Meṭalja, warmes Wasser und geröstete Ähren von ihnen sind erlaubt; ein gebackenes Ei ist verboten. Über das Öl stimmten R. Jehuda der Fürst und sein Gerichtskollegium ab, und sie erlaubten es.
ח תניא היא המטליא היא פשליא היא שיעתא מאי שיעתא ארבב"ח אמר רבי יוחנן הא ארבעין שנין דנפיק האי עובדא ממצרים ורבה בר בר חנה דידיה אמר הא שתין שנין דנפיק האי עובדא ממצרים ולא פליגי מר בשניה ומר בשניה
8 Es wird gelehrt: Meṭalja, Pesalja und Šei͑ta sind identisch. – Was ist Šei͑ta? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Es sind bereits vierzig Jahre her, seitdem dies aus Miçrajim hergebracht worden ist, und in seinem eigenen Namen sagte Rabba b. Bar Ḥana, es sind bereits sechzig Jahre her, seitdem dies aus Miçrajim hergebracht worden ist; sie streiten aber nicht, der eine sagte dies in seinem Zeitalter und der andere sagte es in seinem Zeitalter.
ט מייתו ביזרא דכרפסא וביזרא דכיתנא וביזרא דשבלילתא ותרו להו בהדי הדדי בפשורי ושבקו ליה עד דמקבל ומייתי חצבי חדתי ומלו להו מיא ותרו בהו גרגישתא ומדבקין ביה ועיילין לבי בני אדנפקו מלבלבי ואכלי מינייהו וקיירי מבינתא דרישייהו עד טופרא דכרעייהו אמר רב אשי אמר לי רבי חנינא מילין ואמרי לה במילין
9 Man nehme Eppichsamen, Leinsamen und Fönnkrautsamen, weiche sie zusammen in warmes Wasser ein und lasse sie darin bis sie zu keimen beginnen; sodann fülle man neue Töpfe mit Erde und säe sie darin. Wenn man dann ins Bad geht und herauskommt, so haben sie inzwischen Früchte hervorgebracht, dann esse man von diesen, und sie kühlen vom Kopfhaare bis zu den Fußnägeln. R. Aši sagte: R. Ḥanina sagte mir, dies seien [leere] Worte; manche lesen: durch Worte.
י ת"ר הכוספן של עובדי כוכבים שהוחמו חמין ביורה גדולה אסור ביורה קטנה מותר ואיזו היא יורה קטנה א"ר ינאי כל שאין צפור דרור יכול ליכנס בתוכה
10 Die Rabbanan lehrten: Dattelträber von Nichtjuden, die man aufgewärmt hat, sind, wenn in einem großen Kessel, verboten, und wenn in einem kleinen Kessel, erlaubt. – Welcher heißt ein kleiner Kessel? R. Jannaj erwiderte: In den eine Schwalbe nicht hinein kann. –
יא ודלמא אדמויי אדמוה ועיילוה אלא כל שאין ראש צפור דרור יכול ליכנס בתוכה
11 Vielleicht hat man einen zerschnitten und hineingetan!? – Vielmehr, in den eine Schwalbe den Kopf nicht hineinstecken kann. –
יב והתניא אחת יורה גדולה ואחת יורה קטנה מותר לא קשיא הא כמ"ד נותן טעם לפגם אסור הא כמ"ד נותן טעם לפגם מותר
12 Es wird ja aber gelehrt, es sei erlaubt, einerlei ob in einem großen oder in einem kleinen Kessel!? – Das ist kein Einwand; eines nach demjenigen, welcher sagt, wenn es einen verschlechternden Geschmack verleiht, sei es verboten, und eines nach demjenigen, welcher sagt, wenn es einen verschlechternden Geschmack verleiht, sei es erlaubt.
יג אמר רב ששת האי מישחא שליקא דארמאי אסור אמר רב ספרא למאי ניחוש לה אי משום איערובי מיסרא סרי אי משום בישולי עובדי כוכבים נאכל הוא כמו שהוא חי אי משום גיעולי עובדי כוכבים נותן טעם לפגם הוא ומותר
13 R. Šešeth sagte: Gekochtes Öl von Aramäern ist verboten. R. Saphra sprach: Was ist hierbei zu befürchten: wenn etwa das Beimischen, so wird es ja dadurch übelriechend, wenn etwa als Gekochtes von Nichtjuden, so wird es ja auch roh genossen, und wenn etwa die Ausschwitzung der nichtjüdischen [Gefäße], so verleiht ja diese einen verschlechternden Geschmack; es ist daher erlaubt.
יד בעו מיניה מרבי אסי הני אהיני שליקי דארמאי מאי חוליי לא תיבעי לך דודאי שרו מרירי לא תיבעי לך דודאי אסירי כי תיבעי לך מציעאי מאי אמר להו מאי תיבעי להו דרבי אסר ומנו לוי
14 Man fragte R. Asi: Wie verhält es sich mit den Feigen von Aramäern? Von süßen ist es nicht fraglich, diese sind entschieden erlaubt, von bitteren ist es ebenfalls nicht fraglich, diese sind entschieden verboten, fraglich ist es nur von mittelmäßigen; wie ist es nun? Dieser erwiderte: Was ist euch da fraglich, der Meister verbietet es. Das ist Levi.
טו שתיתאה רב שרי אבוה דשמואל ולוי אסרי בחיטי ושערי כ"ע לא פליגי דשרי בטלפחי דחלא כ"ע ל"פ דאסיר כי פליגי בטלפחי דמיא מר סבר גזרינן הא אטו הא ומר סבר לא גזרינן
15 Die Honigspeise ist nach Rabh erlaubt und nach dem Vater Šemuéls und Levi verboten. Aus Weizen und Gerste ist sie nach aller Ansicht erlaubt, aus Linsen mit Essig ist sie nach aller Ansicht verboten, sie streiten nur über eine aus Linsen mit Wasser; einer ist der Ansicht, man verbiete diese wegen jener, und einer ist der Ansicht, man verbiete sie deshalb nicht.
טז ואיכא דאמרי בטלפחי דמיא כ"ע לא פליגי דאסיר כי פליגי בחיטי ושערי מר סבר גזרינן הא אטו הא ומר סבר לא גזרינן
16 Manche lesen: Aus Linsen mit. Wasser ist sie nach aller Ansicht verboten, sie streiten nur über eine aus Weizen und Gerste; einer ist der Ansicht, man verbiete diese wegen jener, und einer ist der Ansicht, man verbiete sie deshalb nicht.
יז אמר רב תרי מיני שתיתאה שדר ברזילי הגלעדי לדוד דכתיב (שמואל ב יז, כח) משכב וספות וכלי יוצר חטים ושעורים וקמח וקלי ופול ועדשים וקלי והשתא הוא דקא מפקי צני צני לשוקי דנהרדעא ולית דחייש להא דאבוה דשמואל ולוי:
17 Rabh sagte: Barzilaj aus Gilea͑d sandte an David zwei Arten Honigspeise, denn es heißt: <i>Betten, Becken, irdene Gefäße, Weizen, Gerste, Mehl, Rostkorn, Bohnen, Linsen und Rostkorn</i>. Jetzt aber werden ganze Körbe auf die Märkte von Nehardea͑ gebracht, und niemand beachtet [das Verbot] des Vaters Šemuéls und Levis.
יח וכבשין שדרכן לתת בתוכן יין: אמר חזקיה לא שנו אלא שדרכן אבל בידוע אסור אפילו בהנאה ומ"ש ממורייס דשרו רבנן בהנאה התם לעבורי זוהמא הכא למתוקי טעמא
18 E<small>INGELEGTES</small>, <small>WORIN MAN</small> W<small>EIN HINEINZUTUN PFLEGT</small>. Ḥizqija sagte: Dies gilt nur von Dingen, in die man es hineinzutun pflegt, wenn man dies aber sicher weiß, so ist es auch zur Nutznießung verboten. – Womit ist es bei solchem anders als bei der Fischtunke, deren Nutznießung die Weisen erlaubt haben!? – Diese entfernt nur den Geruch, jenes aber verbessert den Geschmack.
יט ורבי יוחנן אמר אפילו בידוע נמי מותר ומאי שנא ממורייס לר"מ דאסיר בהנאה
19 R. Joḥanan aber sagt, es sei erlaubt, auch wenn man es sicher weiß. – Womit ist es bei solchem anders als bei der Fischtunke, die nach R. Meír auch zur Nutznießung verboten ist!? –